Was ist eine Systemische Aufstellung und was ist ein Aufsteller?
Bei einer Systemischen Aufstellung schaut sich ein Mensch ein Thema an, bei dem er festhängt. Diese Person nennt man Aufsteller. Er bringt sein Anliegen zum Termin mit.
Damit das Thema sichtbar wird, braucht er Menschen, die im Raum für die einzelnen Teile seines Systems stehen.
Was wird aufgestellt?
Aufstellen lässt sich fast jedes System, zum Beispiel:
👨👩👧 Familien: Eltern, Geschwister, Partnerschaft, Kinder, andere Familienmitglieder und Ahnen
🏢 Unternehmen und Teams: Kollegen, Führung, Kunden, Entscheidungen
🤝 Vereine und Gruppen: Vorstand, Mitglieder, Konflikte, Zukunftsfragen
💡 Innere Themen: Gefühle, Ziele, Blockaden oder zwei Wege, zwischen denen sich jemand nicht entscheiden kann
Was macht ein Stellvertreter?
Ein Stellvertreter ist wie ein Sherlock Holmes. Vom Anliegen des Aufstellers erfährt er nur einen kurzen Zielsatz, also das, was sich der Aufsteller als Lösung wünscht. Mehr nicht. Die Geschichte dahinter bleibt beim Aufsteller.
Der Aufsteller wählt jeden Stellvertreter für eine bestimmte Rolle aus und stellt ihn in den Raum. Schnell zeigen sich beim Stellvertreter Impulse, Gefühle oder Gedanken. Weil der Stellvertreter keine Details kennt, ist er ganz unvoreingenommen, und das macht seine Wahrnehmung so wertvoll. So helfen Stellvertreter dem Aufsteller, seine Lösung zu finden – und zwar ganz automatisch.
Was bringt es dem Aufsteller?
In der Regel beobachtet der Aufsteller die Aufstellung von außen. Das fühlt sich an, als würde man einen Ausschnitt seines eigenen Lebens beobachten. Dabei kommt im Inneren etwas in Bewegung. Am Ende zeigt sich das sogenannte Lösungsbild. Dieses Bild wirkt oft noch lange nach: Es macht verborgene Zusammenhänge verständlich, eröffnet neue Perspektiven und kann den Weg für echte Veränderung im eigenen System bereiten.
Und was bringt es dem Stellvertreter?
Neben einer wirklich faszinierenden Erfahrung nimmst du auch immer etwas für dich selbst mit, von kleinen Aha-Effekten bis hin zu eigenen Transformations-Momenten. Viele Stellvertreter erleben, dass gerade die Rolle, für die sie ausgewählt werden, auch mit ihnen selbst zu tun hat.
Gibt es bestimmte Voraussetzungen?
Du musst nichts Bestimmtes können. Empathisch, psychisch gesund, neugierig und einfach mit dabei sein: Mehr brauchst du nicht! Den Rest erkläre ich vor Ort, wenn es so weit ist.